David Hirschmann - 25.10.2018

Gegen einen österreichischen Traditionsverein am Nationalfeiertag

 

Am Nationalfeiertag (17 Uhr) trifft der TUS Teschl Heiligenkreuz am Waasen daheim auf den DSV Leoben. Wie schon beim letzten "Tanz gegen das Hochofenballett", wie wir unseren Vorbericht im vergangenen April nannten, kommt der obersteirische  Traditionsverein als Tabellenschlusslicht ins Stiefingtal. Für beide Mannschaften ein gutes Omen?

 

Am 26. Oktober 1955 ist die österreichische Neutralität in Kraft getreten und die letzten Besatzungsmächte haben Österreich verlassen. Dieser Gedenktag löste den vormaligen "Tag der Fahne" als Nationalfeiertag ab. 1967 wurde er den übrigen gesetzlichen Feiertagen in Österreich schließlich gleichgestellt und ist seither arbeitsfrei. So ein arbeitsfreier Feiertag, an dieser Stelle ein großes

Danke und Respekt an alle, die zum Wohl der Allgemeinheit an diesem Tag dennoch zur Arbeit müssen (Ärzte, Krankenpflege, Gastronomie, Feuerwehr etc.), eignet sich auch ideal um Fußballspiele auszutragen. Eigentlich, denn heuer fällt der 26. Oktober auf einen Freitag und wäre die 13. Landesligarunde an diesem ja sowieso gestartet. Dennoch gibt es immerhin einen kleinen Unterschied zu den alltäglichen Freitagsspielen: Ausgenommen von der Begegnung Pöllau gegen Gnas wird nicht erst um 19 Uhr, sondern teilweise deutlich früher gespielt. Bei uns am Sportplatz Heiligenkreuz wird das Heimspiel gegen Leoben um 17 Uhr angepfiffen.

 

Beim DSV Leoben lief in dieser Saison von Beginn an so gut wie gar nichts zusammen und so kam es, dass Trainer Gottfried Jantschgi mit einem Punkt und einem Torverhältnis von 2:14 nach fünf Runden gehen musste. Unter dem Interimsduo Walter Schachner jun./Jürgen Kogler folgte ein 3:0-Erfolg beim SC Liezen. Danach übernahm die Sturm Graz-Ikone Hannes Reinmayr das Traineramt in Leoben. Unter dem "alten Fuchs" blieb der gewünschte Trainereffekt zunächst aber wiederum noch aus und es folgten vier weitere Niederlagen. Erst in den beiden jüngsten Heimpartien gegen Fürstenfeld (3:2) und Lebring (2:2) begann das Werkl dann auch

ergebnistechnisch zu Laufen, diese Woche kam noch ein 7:0-Sieg im Steirer Cup in Murau dazu. Trotz der roten Laterne blickt man bei den Donawitzern wieder optimistischer in die Zukunft. "Ein Aufwärtstrend sei schon länger erkennbar gewesen und der Biss und Wille, der in einer solchen Situation benötigt wird, sei jetzt auch wieder spürbar“, liest man im Vorbericht auf der DSV-Homepage. In

Heiligenkreuz will die Reinmayr-Elf, erstmals unter ihrem neuen Coach, jetzt endlich auch auswärts anschreiben.

 

Da haben unsere Gelb-Schwarzen natürlich etwas dagegen und wollen am Nationalfeiertag nach drei sieglosen Spielen unbedingt wieder selbst die volle Punktezahl einfahren. Außerdem soll die Schlagerfestung weiter bestehen bleiben bzw. nach "nur" drei

Siegen aus den bisherigen sechs Heimpartien, gegen Bruck und St. Anna gab es ja zwei sehr unglückliche Niederlagen (jeweils 1:2), sowie gegen Gnas ein 1:1-Remis, wieder gefestigt werden. Ärgerlich: Goalgetter Paul Jury, dem neun der bisher 13 Heiligenkreuzer Tore gehören, und Mittelfeldstratege Marco Heibl fallen gesperrt aus. Dazu kommen noch die verletzungsbedingten Ausfälle von Jakob

Karl, Ahmed-Tobias Andrä und Michael Wernig. Zudem sind Daniel Hofer und Dominik Dexer fraglich.

 

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gab es beim Aufeinandertreffen zwischen dem TUS Heiligenkreuz und dem DSV Leoben im Frühjahr eine ganz ähnliche Situation. Auch damals rutschten das "Hochofenballett" vor dem Auswärtsspiel im Stiefingtal auf den letzten Tabellenrang ab. Das Spiel wurde von unseren Gelb-Schwarzen mit 2:1 gewonnen, am Ende schafften die Donawitzer dann aber

noch den Klassenerhalt. Ein Endergebnis, dass wohl auch dieses Mal für beide Vereine zufriedenstellend wäre, denn auch wenn Heiligenkreuz beide Saisonspiele gegen Leoben unbedingt gewinnen will: Es wäre ein Verlust für den österreichischen Fußball, wenn der Traditionsverein DSV Leoben, der heuer seinen 90. Geburtstag feiert, noch weiter im Unterhaus versinken würde.

 

P. S.: Am nächsten Sonntag, den 4. November, ab 11 Uhr, findet beim Lipizzaner Franz’l wieder der traditionelle Bockbieranstich mit Galabuffet statt. Für gute Musik und Stimmung sorgt wieder Mambo Sepp. Der Preis pro Person beträgt € 25,--.