David Hirschmann - 04.11.2018 

Unsere eigene Definition einer Spitzenmannschaft

 

Der TUS Teschl Heiligenkreuz am Waasen gewinnt nach einer fulminanten zweiten Halbzeit in Lebring mit 4:1 und fügt dem SV Lebring somit die erste Heimniederlage der Saison zu.

 

Achtung, hochansteckend! Eingefleischte Gelb-Schwarze, die einmal vom TUS Heiligenkreuz-Fieber gepackt wurden, wissen schon längst, dass man davon nicht mehr wegkommt. Erholung ist auch schwer, wenn es unsere Kicker so spannend machen wie am Samstagnachmittag in Lebring. Warum aber im TUS Heiligenkreuz wirklich ein Virus steckt, erklären wir euch – und liefern dabei natürlich auch den gewohnten Matchbericht.

 

Der Duden definiert das Wort "Spitzenmannschaft" als eine "Mannschaft der Spitzenklasse". "Spitzenklasse" wiederum ist die Klasse der Besten und Leistungsstärksten, von höchster Qualität. Das reicht uns natürlich nicht als Definition. Laut Duden wird das Wort "Spitzenmannschaft" emotional verstärkend gebraucht – so haben wir das am Liebsten.

 

Was macht also unsere Spitzenmannschaft aus? Das Derby gegen den SV Lebring hat das ganz gut demonstriert. Unsere eigene Definition: Unsere ganze Mannschaft, samt Trainer Gerald Tödtling, Co-Trainer Horst Pfeifer, Masseurin bzw. Ersthelferin Katja Krasser und Teammanager Gustl Ramsauer sind eine wahre Spitzenmannschaft, denn hier gibt es keine einzelnen Stars, sondern ein gemeinsames Team, dass für Durchhaltevermögen, Kampfgeist und Leidenschaft steht! Wenn man bei dieser tollen Truppe dabei sein darf, dann ist das wie ein Virus. In Worten kaum zu beschreiben.

 

Und jetzt übertragen wir unsere Definition noch auf den Derbysieg in Lebring: Die im heimischen Greenhouse Stadion bis zu diesem Samstagnachmittag noch ungeschlagenen Gastgeber starteten deutlich besser in die Partie und fanden von Beginn weg zahlreiche Torchancen vor. TUS-Goalie Philipp Fraiss erwischte aber einen sehr guten Tag und konnte sich mit zahlreichen sehenswerten Paraden auszeichnen. Sein Ersatzmann Manuel Köhler feuerte "Fraissi" von Draußen immer wieder lautstark an und applaudierte bei den gehaltenen bzw. abgewehrten Bällen. Der Gegentreffer fiel in der 22. Minute jedoch trotzdem. David Schnaderbeck schob das Spielgerät zur Lebringer Führung ins Netz. Seine Mannschaft hätte bis zur Pause locker auf bis 4:0 erhöhen können, es blieb aus gelb-schwarzer Sicht aber beim knappen 0:1-Rückstand. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass Fraiss kurz vor Ende der ersten 45 Minuten auch noch einen von Michael Wallner geschossenen Foulelfmeter sehr stark abwehren konnte (43.).

 

In der Halbzeitpause gab es ein regelrechtes Donnerwetter in der Heiligenkreuzer Kabine und Gerald Tödtling wechselte gleich zwei Mal: Für den gelb-rot gefährdeten Daniel Hofer kam Michael Wernig aufs Feld und der verletzte Kapitän "Sule" Mohsenzada wurde durch Laurenz Sacher ersetzt. Die Stiefingtaler kamen auf einmal mit einer ganz anderen Körpersprache zurück auf den Lebringer Wembley-Rasen und Johannes Driesner versenkte einen Freistoß zum prompten 1:1 in die Maschen (51.). Das Bezirksderby war danach ausgeglichen, auf beiden Seiten gab es gute Möglichkeiten, wieder einmal standen die beiden Torhüter im Mittelpunkt. Rund 15 Minuten vor Schluss wurde es dann hektisch. Zunächst schickte Schiedsrichter Karl Felgitsch Dominik Dexer mit der gelb-roten Karte vorzeitig unter die Dusche, kurz darauf Michael Hofer auf Seiten der Gassmann-Elf. In der 78. Minute versenkte Jan-Markus Hiden die Kugel dann unglücklich ins eigene Tor. Heiligenkreuz führte mit 2:1 in Lebring. In Minute 83 stand Lukas Ratschnig goldrichtig und vollendete zu seinem ersten Saisontreffer. Den Schlusspunkt setzte Paul Jury in der Nachspielzeit, der zum 4:1-Endstand einnetzte.

 

Der Jubel war groß, hatten unsere Gelb-Schwarzen dem SV Lebring doch die erste Heimniederlage der Saison beschert. Gleichzeitig stellten sich aber auch alle die Frage: "Wie haben wir dieses Spiel gewonnen?" Wir haben die Antwort: Weil mit der richtigen Einstellung, Moral und dem notwendigen Zusammenhalt, hin und wieder kann es auch mal krachen, im Fußballsport eben alles möglich ist. Außerdem gleicht sich im Fußball am Ende vielleicht doch wirklich alles aus, denn welche Frage haben sich Bruck und St. Anna nach ihren mehr als glücklichen 2:1-Siegen gegen uns gestellt? … Eben.

 

Mit einem Sieg gegen Fürstenfeld im letzten Heimspiel des Jahres, am Freitag, 9. November, um 19 Uhr, würden unsere Gelb-Schwarzen auf dem dritten Tabellenplatz überwintern. Dann packen wir das Wort „Spitzenmannschaft“ erneut aus.

 

P.S.: Im zweiten Bezirksderby an diesem Nachmittag musste sich unsere SAZ Heiligenkreuz U16 gegen die Lebringer Altersgenossen leider klar mit 0:3 geschlagen geben.

 

P.P.S.: Am heutigen Sonntag findet der traditionelle Bockbier-Anstich mit Galabuffet beim Lipizzaner Franz’l (Bärndorf 8, 8081 Heiligenkreuz am Waasen) statt. Beginn ist um 11 Uhr. Für die musikalische Unterhaltung sorgt Mambo Sepp. Der Preis für das Galabuffet beträgt € 25,- pro Person.