David Hirschmann - 12.09.2018

Der TUS Heiligenkreuz hat sich selbst geschlagen

 

Der TUS Teschl Heiligenkreuz am Waasen muss sich gegen den USV St. Anna/Aigen mit 1:2 geschlagen geben – oder besser gesagt hat sich selbst geschlagen.

 

Nachdem das Spitzenspiel der 5. Runde noch am Freitag aufgrund von sintflutartigen Regenfällen kurz vor Beginn abgesagt werden musste, wurde am Dienstag ein neuer Versuch gewagt das Duell zwischen dem Tabellendritten gegen den Zweiten durchzuführen und siehe da, es blieb wirklich trocken (Anm.: Abgesehen von den Bechern und Gläsern der Kantine). Rund 400 Zuschauer waren trotz Arbeitstag und Länderspiel in die Heiligenkreuzer Schlagerfestung gepilgert, um natürlich nicht den am Freitag entstandenen und zum Glück nicht mehr vorhandenen Wasser(Burg)graben, sondern Landesligafußball vom Feinsten zu sehen.

 

Den bekamen sie dann auch tatsächlich geboten. St. Anna kam zwar ungeschlagen und mit der besten Offensive der Liga (16 Treffer) ins Stiefingtal aber auch unsere Gelb-Schwarzen waren mit neun Punkten nach vier Runden gut in die neue Spielzeit gestartet. Dementsprechend schwer war es einen Favoriten hervorzusagen.

 

Bei allerbestem Spätsommerwetter entwickelte sich vom Anpfiff weg ein hochattraktives, gutes Spiel. Zunächst waren die beiden Mannschaften noch auf Augenhöhe. Die erste große Chance vergab Paul Jury nach zehn Minuten per Kopf. Sieben Minuten später kam auf der anderen Seite Sandro Schleich zum Schuss, da war TUS-Goalie Philipp Fraiss noch zur Stelle. Im Nachsetzen versenkte Marko Guja den Ball dann aber souverän zum 0:1 im Tor (17.). Kurz darauf hatte Jury den Ausgleich am Fuß, konnte das runde Leder jedoch erneut nicht im Koppel von St. Anna-Schlussmann Lukas Waltl unterbringen. Die Elf von Gerald Tödtling fand nun immer besser in die Partie und erarbeitete sich viele gute Tormöglichkeiten. Bis zum längst überfälligen Ausgleich dauerte es aber bis zur 39. Minute. Nach einer perfekt hereingetragenen Flanke von Daniel Hofer war wieder einmal Jury mit dem Kopf zur Stelle und stellte mit seiner bis dahin vierten Großchance endlich auf 1:1. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Pause.

 

Die zweite Halbzeit begann mit einer Halbchance für den Vizemeister der Vorsaison. Ab diesem Zeitpunkt übernahmen unsere Gelb-Schwarzen dann aber endgültig und voll die Kontrolle. Paul Jury, Johannes Driesner, Sulaiman Mohsenzada und Co scheiterten jedoch unzählige Male am überragenden Waltl oder dem eigenen Unvermögen. Abgesehen von der notwendigen Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor zeigte Heiligenkreuz sein wohlmöglich bestes Landesligaspiel überhaupt. Wenn der Ball zumindest das eine oder andere Mal im Tor von St. Anna gelandet wäre, hätten wir davon sprechen können, die Südoststeirer an die Wand gespielt zu haben. Am Ende kam es aber leider wie es kommen musste. Durch einen Kommunikationsfehler zwischen Fraiss und dem für Driesner eingewechselten Lukas Starchl kam St. Annas Andreas Lackner an die Kugel und netzte eiskalt zur 2:1-Führung für die Gäste ein. 87 Minuten waren da absolviert und am Ende blieb es dann bei diesem Ergebnis. Während die St. Anna-Spieler mit ihren mitgereisten Fans "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!" skandierten, verabschiedete sich ihr Trainer, Tomica Kocijan mit den Worten: "Ich weiß nicht, wie wir dieses Spiel gewonnen haben." Und unsere Heiligenkreuzer? Die lagen oder saßen verstreut am Rasen und auf der Ersatzbank und spürten nichts außer Fassungslosigkeit, großen Ärger und Leere. Die Gelb-Schwarzen haben sich an diesem Abend selbst geschlagen.

 

Mit etwas Abstand kann man aber sagen, dass auf die gezeigte Leistung aufgebaut werden kann. Wenn sich unsere Gelb-Schwarzen weiterhin so präsentieren, wie in den ersten fünf Runden, dann ist in dieser Saison noch viel Positives und Schönes möglich. Niemand ist fehlerfrei, auch kein Fußballspieler. Jetzt gilt es Mund abwischen, aufstehen und weitermachen!

 

Am Samstag gastiert unsere Elf beim Aufsteiger, SV Frauental. Spielbeginn ist um 16 Uhr.